FAQ - Häufig gestellte Fragen

1. Wann sollte ich mich in einem Schlaflabor untersuchen lassen?

Sie leiden unter einem der genannten Symptome?

  • Ein- und Durchschlafstörungen (Insomnie), vor allem wenn diese trotz  Therapie länger als ein halbes Jahr anhalten.
  • Extreme Tagesmüdigkeit, evtl. mit gelegentlichem Einnicken und/oder Leistungsschwäche am Tag
  • Massives Schnarchen
  • Nächtliche Atempausen (Apnoen) und/oder Parasomnien
  • Es besteht außerdem der Verdacht, dass die Schlafstörung organisch bedingt ist (z.B. durch Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz, Niereninsuffizienz, Restless-Legs-Syndrom)

Dann sollten Sie diese mit Ihrem Haus- oder Facharzt besprechen. Sind die Symptome Hinweise auf eine atmungsbezogene Schlafstörung, wird Ihr Arzt möglicherweise eine schlafmedizinische Untersuchung in Erwägung ziehen.

Die von der deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) festgelegten Indikationen, die zu einer Überweisung in ein Schlaflabor führen können, finden Sie hier.

2. Schlafe ich so "verkabelt" genauso gut wie zu Hause?

Ja, denn wir tun alles dafür, dass sich unsere Patienten im Schlaflabor wohlfühlen und über Nacht zur Ruhe kommen können. Nur so lässt sich der Schlaf über eine Polysomnographie verlässlich untersuchen.
Die Räumlichkeiten der HPK verbreiten eine gemütliche Atmosphäre. Die Elektroden, mit denen der Patient verkabelt wird, sind hautverträglich und werden so an verschiedenen Kopf- und Körperstellen angebracht, dass sie ein Maximum an Bewegungsfreiheit ermöglichen ohne die Kabel abzureißen. Sie werden diese Verkabelung vielleicht zunächst als Fremdkörper empfinden, sich aber recht schnell daran gewöhnen. Sie können Ihre Schlafposition problemlos wechseln wie in Ihrem eigenen Bett auch und es spricht nichts gegen einen ungestörten Schlaf. Die meisten Patienten fühlen sich durch die Elektroden weder belästigt noch am Einschlafen gehindert.

Der Rest der technischen Ausrüstung befindet sich in einem separaten Raum, in dem sich auch das schlafmedizinische Personal während der Nachtruhe aufhält.

Sollten Sie spezielle Bedürfnisse haben, was Ihre Schlafgewohnheiten angeht, sprechen Sie dies gerne an.

3. Was muss ich mitbringen, wenn ich ins Schlaflabor überwiesen werde?

Bitte denken Sie an die Überweisung und Ihre Versichertenkarte.

4. Wie kann ich mich auf meinen Aufenthalt im Schlaflabor vorbereiten?

Für einen Aufenthalt im Schlaflabor benötigen Sie das gleiche Gepäck wie für eine Übernachtung im Hotel oder bei Freunden. An dem Tag, an dem Sie den Termin im Schlaflabor haben, sollten Sie ab ca. 14 Uhr auf koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Tee, Cola (auch Cola light) verzichten und tagsüber nicht schlafen. Damit die Elektroden am Kopf gut haften bleiben, sollten Sie Ihre Haare vor dem Aufenthalt frisch waschen und am Tag der Aufnahme kein Haarspray, -gel oder -öl verwenden. Generell sollten Sie für den Aufenthalt auf pflegende Cremes oder Öle auf Haut und Haar verzichten.
Denken Sie gerne auch an die sehr persönlichen Dinge (z.B. Lieblingskissen, Kuscheltier, Schlafanzug etc.), die Sie zu Ihrer gewohnten (Ein-)Schlafatmosphäre benötigen.

Die eigentliche Nachtruhe beginnt gegen Abend, d.h. zu einer für Sie gewohnten Uhrzeit nachdem das Schlafexperten-Team die notwendigen technischen Vorbereitungen getroffen hat.

5. Wie lange dauert mein Aufenthalt im Schlaflabor?

In der Regel verbringen Sie ein bis zwei Nächte im Schlaflabor.

6. Ist der Schlaf im Schlaflabor mit dem Schlaf in der gewohnten Umgebung überhaupt vergleichbar?

Man hat festgestellt, dass ca. 30% der Patienten in der ersten Nacht tatsächlich schlechter schlafen als zu Hause, was sicher vor allem an der ungewohnten Umgebung liegt. 25% der Patienten aber schlafen in der ersten Nacht sogar viel besser als sonst. Beide Phänomene haben sich in der zweiten Nacht bereits normalisiert, so dass man von etwa vergleichbaren Schlafbedingungen ausgehen kann.
Die Experten wissen, dass die beiden Schlafsituationen nicht zu 100% übereinstimmen. Die polysomnnographische Aufzeichnung und ihre Aussagekraft bleiben davon aber unbeeinträchtigt. Nur in seltenen Fällen müssen die Messungen wiederholt werden.

7. Was ist bei der Einnahme von Medikamenten zu beachten?

Nehmen Sie regelmäßig rezeptpflichtige oder frei erhältliche Medikamente ein, sollten Sie uns unbedingt darüber informieren. Bestimmte Medikamente können sich auf den Schlaf auswirken und die Testergebnisse verfälschen. Auch kann es sein, dass ein Medikament vor der Untersuchung im Schlaflabor für eine kurze Zeit abgesetzt werden muss, um die Aussagekraft der polysomnographischen Auszeichnung zu sichern. Setzen Sie Ihre Medikamente bitte in keinem Fall eigenmächtig ab, sondern nur nach Rücksprache mit Ihrem Haus- oder Facharzt.

8. Was passiert beim Erstgespräch?

Beim ersten Vorstellungstermin im HSL werden wir Sie zunächst nach Ihren Beschwerden und Schlafgewohnheiten befragen. Wenn nötig, führen wir weitere Untersuchungen durch.
Bevor es zu einer Untersuchung im Schlaflabor kommt, versuchen wir in einem ersten Schritt, der ambulanten Polygraphie, mit Hilfe eines kleinen Aufnahmegerätes einige aussagekräftige physiologische Parameter (z.B. nächtlicher Sauerstoffgehalt des Blutes, Herzfrequenz, Schnarchaktivität etc.) aufzeichnen, um erste Hinweise auf die Ursache Ihrer Schlafstörung zu bekommen. Das Gerät legen Sie kurz vor dem Schlafengehen zu Hause entsprechend den Erläuterungen unseres medizinisch-technischen Fachpersonals für eine Nacht an. Nach einer Nacht in gewohnter Schlafumgebung zu Hause, bringen Sie das Gerät wieder in die Praxis mit. Anschließend wird der Schlafexperte mit Ihnen die Ergebnisse sowie das weitere Vorgehen und eventuelle Therapiemaßnahmen besprechen.

9. Was passiert bei der Untersuchung im Schlaflabor?

Zur Erstellung eines nächtlichen Somnogramms, werden Ihnen (Bewegungs-)Sensoren, Elektroden sowie Nasenbrille angelegt, die in der Nacht die verschiedensten physiologischen Parameter aufzeichnen:

  • Gehirnaktivität (EEG)
  • Augenbewegungen
  • Atmung über Nase und Mund
  • Sauerstoffsättigung im Blut
  • Schnarchaktivität
  • Atmungsanstrengung (an Brust und Bauch)
  • Herzfrequenz
  • Arm- und Beinbewegungen

Per Videoauzeichnung, über die Sie selbstverständlich im Vorfeld von unserem medizinisch-technischem Fachpersonal informiert werden, können bei Bedarf zusätzlich nächtliche Aktivitäten, wie z.B. Änderungen in der Schlafposition, registriert werden. Die gerätetechnische Überwachung des Schlafes ist absolut schmerzfrei.

Die Analyse all dieser Daten ergeben dann Ihr individuelles Schlafprofil mit den unterschiedlichen Schlafstadien und erlauben die Identifizierung möglicher schlafmedizinischer Erkrankungen und ihrer Ursachen.

10. Ist Schnarchen krankhaft?

Schnarchen kann - muss aber nicht - auf eine schlafmedizinische Erkrankung, wie z.B. eine obstruktive Schlafapnoe, hinweisen. Ob dem Schnarchverhalten eine ernsthafte Erkrankung zugrunde liegt, ergibt eine ausführliche Analyse des Schlafverhaltens.